Goldie Goldbloom       Eine ganze Welt

Hoffmann und Campe-Verlag
Surie Eckstein ist 57 Jahre und mit Zwillingen schwanger.

Die angehende Urgroßmutter und 10-fache Mutter ist zutiefst erschrocken

und beschämt, ist sie doch in ihrer chassidischen Gemeinde in Brooklyn, New York hochangesehen.

Über ihre Schwangerschaft mag sie mit niemandem reden.

Nicht einmal Yidal, ihrem Ehemann und besten Freund vertraut sie sich an.

Zum ersten Mal  stellt Surie die starren Regeln ihrer Gemeinde infrage, die ihr ganzes Leben geprägt haben. Suries Blick auf die Welt ändert sich, und sie beginnt sich zu emanzipieren.
Wie ein Sog zog mich Suries Geschichte und die Welt, in der sie lebt, in den Bann.

Ein Buch voller Weisheit über die Diskrepanz zwischen dem Leben,

wie es sein sollte , und dem Leben wie es ist.

Laura Imai Messina     Die Telefonzelle am Ende der Welt

btb-Verlag

Yui hat während des großen Tsunamis ihre Mutter und ihre kleine Tochter

verloren. Traumatisiert verlässt sie ihre Heimatstadt am Meer und versucht als

Radiomoderatorin in Tokio Abstand zu den Ereignissen zu gewinnen.

Trost findet sie im Garten Bel Gravia, eine Tagesreise von Tokio entfernt.

In diesem wunderschönen Garten direkt am Meer gibt es eine Telefonzelle,

die es Trauernden ermöglicht, dem Wind des Meeres und den Stimmen der Vergangenheit zu lauschen.

Und mit den geliebten Verstorbenen zu sprechen.

Dort begegnet sie dem Arzt Takeshi, der ebenfalls um einen geliebten Menschen trauert. Beide freunden sich an und schöpfen neuen Mut für ihr Leben.
Die Autorin versteht es meisterhaft, westliche Werte und fernöstliche Gelassenheit miteinander zu vereinen.

Ein bezaubernes Buch um Verlust, Vertrauen und Hoffnung, das auch auf

einer wahren Begebenheit basiert.

Dimitrij Kapitelman   Eine Formalie in Kiew

Hanser Verlag

Dimitrij kam als Achtjähriger mit seiner Familie aus der Ukraine nach Deutschland.

Er hat sich integriert, hat Karriere als Journalist und Autor gemacht und kann besser sächseln als die Einheimischen.

Zeit, die deutsche Staatsbürgerschaft zu beantragen.

Aber die deutsche Behörde verlangt nach einer Formalie aus Kiew.

Und so macht sich Dimitrij auf die Reise nach Kiew. Seine Eltern und Grosseltern sind nie richtig in Deutschland angekommen, sind heimatlos geblieben.

Erst diese Reise in die Stadt seiner Kindheit hilft ihm, seine Familie zu verstehen.
Humorvoll und manchmal auch ironisch erzählt Dimitrij Kapitelman von den Befindlichkeiten seiner ukrainischen Familie.

Er gibt uns Einblicke in das Denken und Fühlen der ukrainischen Einwanderer.

Und wir erfahren, dass der Spruch "Du bist wie ein Deutscher" wahrlich kein Kompliment ist. Und dass seine Landsleute in Deutschland immer AfD wählen werden.


Alle Bücher ausgewählt und knapp zusammengefasst von Elisabeth Knuth.